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Stadt Buttelstedt in
Thüringen
Nördlich hinter dem Ettersberg, 11 km von Weimar,
direkt an der Scherkonde, liegt unsere Kleinstadt Buttelstedt. Buttelstedt
wurde zum ersten Mal urkundlich erwähnt, als Karl der Große es 768 dem
Kloster Husfeld übereignete.
Ebenfalls im Jahre 768 wurde ein Dingstuhl errichtet. Dieser Dingstuhl
verlieh dem damaligen Botelstete (auch Bethalstedt genannt) eine besondere
Stellung, denn er war neben Gotha, Thammsbrück und Weißensee eine der
vier größten Gerichtsstätten in Thüringen. Noch heute ist dieser Dingstuhl
als Kulturdenkmal erhalten. Die wirtschaftliche Bedeutung Buttelstedts
wurde durch die Via-Regia, auch Königsstraße genannt, gefördert. Die Via-Regia
war eine der bekanntesten mittelalterlichen Fernhandelsstraßen, die von
Frankfurt am Main über Erfurt, Buttelstedt nach Leipzig führte. Die Poststation
(Postkutschenwechsel) war in Buttelstedt und die Jenaer und Weimarer mussten
ihre Post in Buttelstedt abholen. Auf Grund der wirtschaftlichen Bedeutung
erhielt 1334 Buttelstedt das Marktrecht und 1454 das Stadtrecht. Die Wirren
des 3Ojährigen Krieges gingen auch an dieser Stadt nicht spurlos vorüber.
Die kaiserlichen Truppen vernichteten 1641 das gesamte Oberdorf, mit der
berühmten Wallfahrtskirche Sankt Maria. Auch die napoleonischen Kriege
hinterließen Not und Zerstörung. Buttelstedt musste erhebliche Kriegskontributionen
zahlen. Die Bevölkerung war danach so verarmt, dass die Franzosen ihren
Etappenort nach Buttstädt verlegten.
Schon aus weiter Ferne ist der 57m hohe Turm der
Nikolaikirche sichtbar, die von 1486 bis I566 errichtet wurde. Die Nikolaikirche
ist ein imponierendes Baudenkmal, das noch mancherlei
Kunstwerke in sich birgt. Eine Kostbarkeit dieser Kirche ist die darin
befindliche Turmuhr, die als historisch-technisches Denkmal von Fachleuten
eingeschätzt wird und die Herstellungszeit lässt kurz nach dem 3Ojährigen
Krieg schließen. Sie ist als absolute Seltenheit anzusehen, da diese Uhr
nicht nur die 1/4, 1/2 und volle Stunde schlägt, sondern beim vollen Stundenschlag,
dem die 4/4 Schläge vorausgehen Sonderschläge zugegeben werden. Im Raum
zwischen Halberstadt und Weimar ist es die einzige Uhr dieser Art, welche
heute wieder funktionstüchtig ist. Die Nikolaikirche ist die Taufkirche
von Johann Friedrich Fasch, welcher am 15. April 1688 in Buttelstedt das
Licht der Welt erblickte. Er entstammte einem alten Pastorengeschlecht.
Ebenfalls wurde am 10. Oktober 1713 Johann Ludwig Krebs in Buttelstedt
geboren. Beide waren bekannte Musiker und Komponisten ihrer Zeit. Johann
Ludwig Krebs war ein Schüler Bachs, ein ausgezeichneter Orgelvirtuos und
Komponist. Zu dem Kreis der aus Buttelstedt gebürtigen oder hier ansässig
gewesenen Musikern konnten noch einige andere bekannte Persönlichkeiten
gezählt werden, so der am 31. 01. 1704 als Sohn eines hiesigen Seilermeisters
geborene, mit Johann Krebs und Johann Sebastian Bach eng befreundet gewesene
und von diesem hochgeschätzte Johann Wilhelm Koch (Stadtorganist in Ronneburg).
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Nikolaikirche und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft
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Ein
Denkmal erinnert an den Freiheitsdichter und -kämpfer Theodor Körner,
der 1813 mit den schwarzen Husaren von Buttelstedt aus Streifzüge gegen
die Franzosen unternahm.
Am 01. März 1809 wurde in Wien Gustav Steinacker
geboren. Dieser war von 1858-1877 in Buttelstedt als Pfarrer tätig. Er
war Mitbegründer des Fröbelvereins und errichtete 1859 den ersten Kindergarten
in Buttelstedt.
Am 07.Juni 1877 verstarb Gustav Steinacker und
wurde auf dem hiesigen Friedhof begraben. Als Ehre sehen es die Lehrer
und Schüler der Grundschule “Gustav Steinacker” an, dieses Grab zu pflegen,
da sie seinen Namen tragen. Mit dem Bau der Eisenbahn 1848 von Weißenfels
über Weimar nach Erfurt verlor Buttelstedt seine wirtschaftliche Bedeutung.
Als 1887 eine Kleinbahn von Weimar über Buttelstedt nach Kleinrudestedt
bzw. Rastenberg erbaut wurde, blieb das für das Kleinstädtchen ohne wirtschaftliche
Auswirkungen. 1894 wurde eine Molkerei und 1907 eine Dampfziegelei errichtet,
beide existieren heute nicht mehr. Durch die sowjetische Besatzungsmacht
wurde 1946 die Kleinbahn als Reparation demontiert. Heute gibt es in Buttelstedt
noch mehrere Handwerks- und Gewerbetreibende. Es ist ein Kleinstädtchen
geblieben, welches 11 km nördlich hinter dem Ettersberg zu finden ist.
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Körner Denkmal |
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Die Stadt ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft
mit den Ämtern:
Hauptamt, Kämmerei, Einwohnermeldeamt, Bauverwaltungsamt, Ordnungsamt
und Standesamt.
Die VG im Internet
Die seit
dem 1976 gegründeten Gemeindeverband gewachsene Infrastruktur ist auf
das Zentrum Buttelstedt zugeschnitten und wurde gezielt ausgebaut. Die
Fläche des Einzugsbereiches beträgt 4.754 ha. Die Orte Daasdorf, Nermsdorf
und Weiden wurden 1994 in die Stadt Buttelstedt eingemeindet. In Buttelstedt
leben heute 1.110 Bürger, im Ortsteil Daasdorf 230, in Nermsdorf 150 und
in Weiden 86 Bürger. Im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft wohnen insgesamt
3.900 Bürger.
In Zukunft wird jedoch die Einwohneranzahl steigen,
da sich durch Eigenheimbauten viele Bürger ansiedeln. Ein kleines Wohngebiet
mit 2 Wohnblöcken a 36 Wohnungen und 2 Wohnblöcke mit je 12 Wohneinheiten
sind in Buttelstedt vorhanden.
Weitere Baugrundstücke für Eigenheime befinden sich in dem im
Jahr 2000 neu erschlossenen Wohngebiet "Hinter den Scheunen".
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Sitz der Verwaltungsgemeinschaft

Wohngebiet "Friedensstraße"
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