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Ortsteil Daasdorf Die
erste Erwähnung des Ortes als Tasiesdorf findet sich im "Breviarium Lulli"
des Klosters Hersfeld aus dem Jahre 786. Es ist anzunehmen, daß Daasdorf
nach dem Untergang des Th. Königreiches nach einem fränkischen Siedler
oder Lehensmann seinen Namen erhalten hat. Der untere Teil des Kirchturms
stammt aus dem frühen Mittelalter und lässt den Rest der Kirche auf frühromanische
Zeiten deuten. Der mächtige und nach Osten ausgerichtete Turm zeugt für
eine Wehrkirche gegen die Slawen. Ein durchgreifender Umbau des Kirchenschiffes
erfolgte Ende des 17. Jahrhunderts, Anfang des 18. Jahrhunderts. Da die
Glocke durch Witterungseinflüsse gesprungen war, gossen die Gebrüder Ulrich
aus Apolda eine neue Glocke, welche am 13. September 1857 eingeweiht wurde.
Der Ort bestand 1333 überwiegend aus zwei Siedlerhöfen, die zwei Drittel
der Flur einnahmen und später das Rittergut bildeten. Die gesamte Flur
betrug 29 Hufen. Bis in die Reformationszeit gehörte Daasdorf zum katholischen
Erzbistum Mainz. Archidiakon Erfurt. Sedes Großobringen. 1860 gehörte
der Ort zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach und zum Justizamt Weimar
Land. Ein neues Schulgebäude wurde 1864 eingeweiht. 1871 lebten im Dorf
235 Einwohner in 53 Häusern. Im Jahre 1913 erhielt die Gemeinde elektrisches
Licht aus Buttstädt. 1994 wurde das Dorf in die Stadt Buttelstedt eingemeindet.
Der Heimatverein Daasdorf organisiert für die etwa 235 Einwohner des Ortsteils
zahlreiche Veranstaltungen.
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Ortsteil Nermsdorf Der Ort Nermsdorf liegt zwischen den Hügeln am Südrand des Thüringer Beckens. Am Ostende des Dorfes entspringt ein kleines Bächlein, das den Dorfteich speist. Die zur Straßenfront stehenden Giebel der Häuser kennzeichnen den Ort als Reihendorf. Südlich des Ortes beginnt die "alte Weinstraße", ein Verbindungsweg zwischen Frankfurt am Main und Leipzig, der vor der Errichtung der Eisenbahn eine wichtige und viel genutzte Handels- und Heerstraße war. Nermsdorf wird 876 im Ingelsheimer Protokoll in Zusammenhang mit dem Zehnerstreit in Thüringen als Nemannesthroph erstmals benannt. Urkundlich nachweisbar ist seit dem Jahre 1349 der Name Nermsdorf. Im Mittelalter gehörte die Gemarkung verschiedenen Gutsherren, so dem Grafen von Weimar-Orlamünde, dem Zisterzienserinnenkloster St. Maringart in Erfurt und dem Kloster Heusdorf. Aus der Flur wurden steinzeitliche Geräte geborgen, die auf Siedlungsstellen schon vor den eigentlichen Ortsgründung hinweisen. Man fand auf der Wüstung Stiebsdorf als Zeugen früherer Besiedlung Tonscherben slawischen und deutschen Ursprungs sowie ein Höckergrab. Den Mittelpunkt des Dorfes bildete eine barocke Kirche, die vom alten Friedhof umgeben war. Im Jahre 1777/78 wurde die Kirche nach Baufälligkeit im barocken beim Kirchenumbau erhalten, in ihm ist ein vermauertes gotisches Fenster erkennbar. Dies lässt vermuten, daß die Kirche schon im XII. Jahrhundert erbaut wurde und zu dem in unserer Gegend weitverbreiteten Typ der Ostturmkirchen gehört. Der Zwiebelturm hatte eine Höhe von ca. 27 Meter. Der 30jährige Krieg bedeutete eine Leidenszeit für die gesamte Gemeinde. Die Abgaben wurden immer höher. 1642 lebten nur noch ein Ehepaar, zwei Witwen und fünf Kinder im Dorf. Seit dem 16. Jahrhundert befand sich am südlichen Dorfrand eine Windmühle, diese galt als Wahrzeichen des Ortes. Leider ist die Mühle 1995 bis auf die Außenmauern vollständig abgebrannt. Bis 1872 besaß die Gemeinde ein eigenes Brauhaus, wo man das beliebte Hamster- und Brouhanbier braute. Die Zahl der Handwerksbetriebe, meist Webereien, betrug 1858 zwölf, 1860 sechs und 1930 elf. Am Ende des 19. Jahrhunderts galt Nermsdorf als eine “gut situierte Bauerngemeinde”. Im 1. und 2. Weltkrieg ließen viele Bürger Nermsdorfs ihr Leben. Ihnen zu Ehren errichtete man auf dem alten Friedhof einen Gedenkstein. Im Jahre 1953 entstand die LPG Typ III und 1960 Typ I. Heute werden die Flächen mit bestem Ackerboden von den Agrargenossenschaften Großobringen und Kleinobringen bewirtschaftet. Im Oktober 1988 wurde die Kirche in Nermsdorf ein Opfer der Flammen. Die Kirche brannte bis auf die Steinmauern nieder. 1991 begann der Wiederaufbau, leider jedoch ohne Zwiebelturm. Die Kirche wird heute nicht nur als Gotteshaus genutzt. Eine Harmonieausstellung des Thüringer Orgelmuseums soll hier eine bleibende Heimstadt finden. Gegenwärtig können bereits 5 his 7 Ausstellungsstücke besichtigt werden. Jährlich laden ein bis zwei in dieses Harmonie-Museum ein. Die Gemeinde Nermsdorf wurde 1994 in die Stadt Buttelstedt eingemeindet. In Nermsdorf leben heute 143 Einwohner.
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Ortsteil Weiden Im Nordosten des Landkreises
Weimar, 1 km von Buttelstedt entfernt, erstreckt sich die kleine Gemarkung
Weiden. Erstmals wurde sie 1351 in einer Urkunde des Erfurter Domstiftes
erwähnt. Im Mittelalter gehörte "Wyden" zum grundherrlichen Besitz des
Klosters Pforte und des Zisterzienserinnenklosters St. Mariengarten in
Erfurt, später zum Rittergut Schwerstedt. Über Jahrhunderte konnte sich
hier ein zum größten Teil unverändert gebliebenes Ortsbild erhalten. Im
Niederungsbereich des vom Osten kommenden Roßbachs und seiner Einmündung
in die Scherkonde (keltisch - die Lärmende) entstand ein doppeltes Sackgassendorf.
Urkundlich erwähnt wurde 1349 /50 eine Mühle, die jedoch heute nicht mehr
vorhanden ist. Über beiden Ortsteilen erhebt sich auf dem Bergrücken die
St. Cyriacus Kirche. Vor der Entstehung dieser Kirche diente die Anhöhe
als Abschnittsbefestigung und wurde vom 9. bis 11. Jahrhundert zu einer
Art Fluchtburg ausgebaut. Reste der ehemaligen Befestigungsanlage, bestehend
aus Palisadenring, zwei Wällen, Graben und Hecken sind heute noch erkennbar.
Das Kirchengebäude ist ein bescheidener spätgotischer Bau. An der Nordseite
sind Inschriften mit Namenszügen aus dem 17. Jahrhundert. Bis 1975 wurde
das Gotteshaus für kirchliche Feierlichkeiten genutzt. Als Sprengel des
Buttelstedter Pfarrbereiches wurden nur die notwendigsten Erhaltungsmaßnahmen
finanziert. |
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